Mixed-Softball-Team holt in Dresden zwei Siege

Mixed-Softball-Team holt in Dresden zwei SiegeBeim Turnierspieltag der Mitteldeutschen Liga Softball war das Mixed-Team der Poor Pigs am Sonntag doppelt erfolgreich. Gegen die Dresden Dragons sprang ein 10:11-Sieg heraus und die Leipzig Wallbreakers konnten mit 12:6 bezwungen werden.


1. Spiel (10:11-Sieg):
12345RHE
Poor Pigs603111154
Dragons4204010122
W: Rochel, L: Nagel, S: -
2. Spiel (12:06-Sieg):
12345RHE
Wallbreakers02112684
Poor Pigs1326-1283
W: Rochel, L: Rudolph, S: -


Spielbericht von Sascha Blasczyk

Vor den Spielen war die Ausgangslage für das Team klar. Nachdem man an den vergangen drei Spieltagen — zwei davon vor heimischer Kulisse — sechs teilweise sehr deutliche Niederlagen hinnehmen musste, sollte sich das Blatt wieder zugunsten der Ottostädter wenden. Welcher Ort wäre dafür besser geeignet als Dresden? Schließlich konnte man am ersten Turnierspieltag der Saison gleich zwei und die bis dato einzigen Siege dort erringen. Mit einer gerade so vollzähligen Mannschaft von neun Spielerinnen und Spielern stand dem Wunsch, die guten Trainingsleistungen auch endlich wieder in Erfolge umzumünzen, nur die enge Personaldecke entgegen.

Das Motto für das erste Spiel des Tages gegen die Leipzig Wallbreakers war damit gesetzt. Es galt mitzuhalten, saubere Spielzüge in der Defensive zu zeigen, am Schlag auf die richtigen Pitches zu warten und diese in Basehits zu verwandeln — eben das Beste aus den eigenen Möglichkeiten zu machen. Dies lief vom Beginn an auch sehr gut. Dabei konnte sich die Pitcherin und Trainerin der Mannschaft, Andrea Rochel, gleich dreifach auszeichnen. Neben einem Wurf zum ersten Aus des Innings fing sie auch noch ein hohes Popup aus der Luft und schickte den dritten Batter mit einem Strikeout wieder zurück auf die Bank. Durch diese gute Leistung ihrer Vorarbeiterin angepeitscht, gingen die Poor Pigs hoch motiviert an die Platte, konnten diesen Ansporn aber nur bedingt in Runs umwandeln. Lediglich Michael Skocz erreichte im ersten Inning durch einen Überwurf das zweite Base. Mehr brauchten die Schlagfrauen aus Magdeburg aber nicht, um den ersten Run des Tages auf die Anzeigetafel zu bringen. Nach einem guten Schlag von Claudia Arndt konnte Skocz punkten. Der anschließende Versuch von Arndt, das zweite Base zu nehmen, wurde durch den am heutigen Tag sehr starken Catcher der Wallbreakers, Christian Kellner, eiskalt unterbunden. So ging es mit der knappen Führung von 1:0 in das zweite Inning. Dies lief in der Defensive nicht so gut an wie das erste, gleich zwei Runs musste man einstecken. Da halfen auch die zwei weiteren Strikeouts nichts. Es ging also mit einem Rückstand zum zweiten Mal an die Platte. Dabei konnte sich Sandra Klin — die ihr erstes Spiel des Jahres machte — gleich auszeichnen. Ein hart geschlagener Ball zwang die Leipziger Defensive zu einem erneuten Fehler und nach Hits von Manuela Meyer und Andrea Rochel konnte sie gleich in ihrem ersten Versuch einen Run erlaufen. Insgesamt konnte man drei Runs und damit die erneute Führung erzielen. Ein munteres und von allen Beteiligten beherzt geführtes Spiel ging damit in das dritte Inning. Hier konnten die Wallbreakers einen weiteren Run erlaufen. Aus Sicht der Poor Pigs war aber erfreulich, dass die Last das Spiel knapp zu halten nicht mehr allein auf den Schultern von Andrea Rochel lag. Besonderes Highlight war hier ein Forceout an der zweiten Base, bei dem die gute Abstimmung zwischen Shortstop Mudrich und Secondbase-Frau Manuela Meyer zu erkennen war. Mit einem Punkt Vorsprung wurde das dritte Inning durch die „Armen Schweine“ von der Elbe wieder erfolgreich genutzt. Mit einem Aus konnte Rochel, die zuvor mit einem Walk auf Base gekommen war, nach einem Double von Daniel König einen Punkt erlaufen. Dieser konnte seine gute Leistung am Schlag ebenfalls nutzen und die 6:3-Führung nach drei Innings erzielen. Das darauf folgende vierte Inning sollte dann die notwendige Sicherheit für die Poor Pigs bringen. Zwar wurde durch die Leipziger die Führung in ihrem Abschnitt um einen Run verkürzt, aber in der zweiten Hälfte des Spielabschnitts brachen die lang aufgestauten Dämme der Magdeburger Schlagfrauen und -männer. Gleich sechs Mal hieß es „Safe“ an der Homeplate. Wie im zweiten Inning konnte jeder Batter an den Schlag gebracht werden. Nur standen in diesem Fall nicht nur drei, sondern eben sechs Runs zu Buche. Das man trotz dieser guten Schlagleistung nicht noch länger im Angriffsrecht blieb, hatten die Poor Pigs ihrem zu übermütigen Catcher Sascha Blasczyk zu verdanken, der ohne Not in ein weiteres Caught Stealing lief. Mit einer jetzt doch komfortablen Führung ging es in das fünfte und damit letzte Inning. Die sehr gute Laune auf Seiten der Poor Pigs führte nun zu einigen Unsicherheiten im Feld. Gleich zwei davon passierten der in dieser Saison vielseitig eingesetzten Anne Vellage. Eine weitere ging auf das Konto von der ansonsten in beiden Spielen so sicheren Michaela Mudrich. Beide sollten im zweiten Spiel aber zeigen, dass sie mit der Unterstützung ihrer Teamkameraden entscheidende Akzente setzen können. Letztlich führten die drei Fehler zu zwei weiteren Runs. Das reichte nicht und nach fünf Innings, in denen vieles besser gemacht wurde als an den vorhergehenden Spieltagen, konnte sich das Softballteam endlich wieder über einen eigenen Sieg freuen.

Damit war die Pflicht, den Bann zu brechen, erledigt und im zweiten Spiel des Tages ging es gegen die Dresden Dragons — und somit zu Kür. Nachdem man in den vergangenen Jahren jeweils kaum mehr als einen Sieg gegen die Dragons erzielen konnte und man bereits am ersten Spieltag der Saison diesen einen Sieg eingefahren hatte, ging es für die Spielerinnen und Spieler sehr gelöst gegen die schlagstarken und eingespielten Dresdner. Auch hier ging es darum sich in bester Form zu präsentieren und die Schmach der letzten 21:1-Niederlage nicht wieder in so deutlicher Form passieren zu lassen. Das das warme Wetter und die Anstrengungen aus dem ersten Spiel bereits ihren Tribut zollten, sollte das eine schwere Aufgabe werden.

Da die Poor Pigs in diesem Spiel auf dem Papier die Gastmannschaft waren, ging es zuerst an den Schlag. Dabei hatte es das erste Inning bereits in sich. Durch Unsicherheiten und verworfene Pitches der recht unerfahrenen Pitcherin Verena Teucher gelang es den Poor Pigs nicht nur, ihre ersten sieben Schlagleute durch Walks auf die Bases zu bringen, sondern man konnte auch gleich mit sechs Runs vorlegen. Damit hatte man die Latte für die Dresdner hoch gelegt, die dann aber durch einen Wechsel auf Pitcherin Anna Nagel andeuteten, dass man sich hier nicht kampflos geschlagen geben lassen würde. So kam es dann auch, dass die Dragons gleich mit vier Runs verkürzten. Wiederum waren es die ersten vier Batter, welche allesamt auf die Bases kamen und Punkte für ihr Team erlaufen konnten. Danach war es für die Poor Pigs zwar möglich die Führung erst einmal zu behaupten, aber der Preis dafür war hoch. Ein geschlagener Ball traf die weiterhin pitchende Andrea Rochel hart und nach einer Schrecksekunde war den Poor Pigs klar, dass mit einer angeschlagenen Pitcherin, welche darüber hinaus schon ein komplettes Spiel geworfen hatte, die Defensive noch mehr gefordert sein wird. Mit Schmerzen im Bein ging es dann wieder an das Rubber und Rochel konnte dennoch ihr gewohnt starkes Potenzial abrufen. Sie schaffte es sogar, den letzten Batter des Innings mit einem Strikeout von der Platte zu fegen. Das weitere Spiel entwickelte sich munter, wenn auch erst einmal zu Ungunsten der Magdeburger. Nachdem man im zweiten eigenen Schlagdurchgang nur drei Batter bringen konnte, die allesamt postwendend ins Dugout zurückgeschickt wurden, musste man in der Dresdner Hälfte des Innings dann auch noch den Ausgleich hinnehmen. An diesem Punkt versackte die Stimmung auf Seiten der Magdeburger, die sich schon wieder mit einer erneuten Niederlage konfrontiert sahen. Die Körpersprache der Spielerinnen und Spieler sprach Bände. Man wollte nicht verlieren und hatte das Gefühl, dass man dagegen nichts machen konnte, selbst wenn zu diesem Zeitpunkt noch alles offen war. Das Empfinden, hier nicht mehr Herr der Lage zu sein, hielt dann auch über den Zeitraum des dritten und vierten Innings an. Obwohl man im dritten offensiven Versuch sogar nach zwei schnellen Outs noch drei Runner nach Hause bringen konnte, gekrönt durch ein weites Tripple über die Outfielder von Sascha Blasczyk. Auch die Tatsache, dass man in der zweiten Hälfte des dritten Spielabschnitts jegliche Ambitionen der Dragons im Keim erstickte, konnte keine Wende in den Köpfen bringen. Im vierten Inning kam dann die Stunde von Shortstop Michaela Mudrich. Nach einem Single gelang es ihr, das zweite und das dritte Base zu stehlen und dann noch auf einen Wild Pitch einen Punkt zu erzielen. Die Freude bei ihr und bei ihren Teammitgliedern ob dieser Leistung war immens, wenn auch die Bissigkeit weiter auf sich warten ließ. Die Dragons müssen in diesem vierten Inning ihre Chance gewittert haben. Nachdem nur der eine Run durch Mudrich zugelassen wurde, konnte man selber wieder den Ausgleich durch vier eigene Punkt erzielen. Das fünfte und somit letzte Inning sollte jetzt entscheiden. Wieder war es an den Poor Pigs, vorzulegen. Durch einen Hit kam Catcher Sascha Blasczyk auf die erste Base und konnte dann durch einen Fehler der Verteidigung bis auf das dritte vorrücken. Als nächstes musste Anne Vellage zeigen, ob es in ihr steckt, einen Ball so zu schlagen, dass man wieder in Führung gehen konnte. Obwohl sie selbst Aus war, konnte sie zur Begeisterung ihrer Mannschaft Blasczyk ins Ziel bringen. Bis auf einen weiteren Hit durch Mudrich konnten die Poor Pigs keine weiteren Höhepunkte liefern. Mit einem Run Vorsprung ging es in den allerletzten Schlagdurchgang des Spiels. Konnte man diesen Vorsprung halten? Und wie man das konnte! Die Gewissheit wuchs, hier einen guten Kampf zu liefern. Nachdem man die ersten beiden Schlagleute durch ein Flyout und ein Groundout schnell Aus machen konnte, wurde es wieder spannend. Nagel konnte mit einem Single das erste Base erreichen und den möglichen Ausgleich mit einem Steal auf das zweite bringen. Danach war für Andrea Rochel und Sascha Blasczyk — also Pitcher und Catcher — klar, dass man die gefährliche Daria Freitag nur bedingt mit guten Pitches füttern konnte, man aber auch nicht gleich auf den Walk gehen wollte, weil der ebenso hungrige Luis Arias der nächste in der Reihe guter Bater war. Man entschied sich das At-Bat für Freitag vorsichtig an den Ecken der Strikezone zu pitchen und lieber auf einen schlechten Schlag zu spekulieren. Diesen Gefallen wollte Freitag der Defensive nicht machen und so hieß es dann Walk für Freitag. Mit Läufern auf der ersten und zweiten Base und dem starken Arias am Schlag wurde die Entscheidung getroffen, diesen absichtlich auf die Base zu bringen um das dritte Aus und damit alles was zu einem perfekten Softballtag noch fehlte, bei der nächsten Schlagfrau zu suchen. Damit hatten die Batterymates Rochel und Blasczyk alles auf eine Karte gesetzt. Das musste klappen, sonst würde das Spiel entweder in ein nächstes Inning gehen oder schlimmer noch mit dem letzten Schlag der Dragons entschieden. Und manchmal belohnt das Glück den Tüchtigen. Der letzte Pitch des Tages wurde zum Ritt ins Glück. Der Ball, obschon abermals mit Schnitt geschlagen, wurde von Anne Vellage gestoppt und die Frau am dritten Base, die zuvor Blasczyk nach Hause gebracht und damit die Führung mit dem Schläger erzielt hatte, machte das dritte und letzte Aus mit dem Handschuh ganz alleine. Die Blicke der Poor Pigs gingen zur Schiedsrichterin und mit einem „Ball Game“ — der Formel mit der seit jeher Baseball- und Softballspiele beendet werden — lagen sich die „Armen Schweine“, die in den letzten Spielen so gelitten haben und so sehr vom Pech verfolgt wurden, in den Armen. Danach war nur noch Jubel. Magdeburg: 11 und Dresden: 10.

Es bleibt festzuhalten, dass sich die Mannschaft gegenüber den letzten Spielen stark verbessert hat. Spielzüge, die noch vor vier Wochen nicht geklappt haben oder an die nicht einmal zu denken war, haben in den Spielen gegen Leipzig und Dresden auf einem verbesserten Niveau funktioniert. Dieser Spieltag hat gezeigt, dass das Spielverständnis der Spielerinnen und Spieler stetig steigt. Unter der brütenden Sonne Dresdens und mit Blessur am Bein hat auch Pitcherin und Trainerin Andrea Rochel ihr Team zu zwei Siegen geführt.

Im dritten und letzten Spiel des Tages konnten sich die Leipzig Wallbreakers gegen die Dresden Dragons durchsetzen und damit ihre Position vor den Poor Pigs in der Tabelle behaupten. Die Spielerinnen und Spieler der Poor Pigs möchten auch noch einmal ihren Dank an Julia Neumann aussprechen, die sich über den Verlauf der gesamten Saison in den Dienst der Mannschaft gestellt hat und das Team hervorragend als Scorerin unterstützt!

MDLS-Team vom 12. Juli 2015


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