Poor Pigs verkaufen sich bei Saisoneröffnung gut

Update: Das 2. Spiel wurde am Grünen Tisch für die Poor Pigs gewertet.

1. Spiel (04:05-Niederlage):
1234567RHE
Dukes1001201561
Poor Pigs0300001474
W: Bauer, L: Würkner, S: -
2. Spiel (08:15-Niederlage):
12345RHE
Dukes7023315122
Poor Pigs25001865
W: Rodriguez, L: Zimmermann, S: -

Zu ihrem ersten Spieltag der Mitteldeutschen Liga Baseball empfingen die Magdeburg Poor Pigs den amtierenden Meister, die Dresden Dukes. Auch wenn die ersten Spiele auf dem neuen Sportkomplex „Tonschacht“ in Westerhüsen mit 04:05 und 08:15 verloren gingen, zeigte das Team eine gute und respektable Leistung.

Ballparkpremiere, Saisonpremiere, Meister zu Gast. Die Magdeburg Poor Pigs hatten am Samstag einiges zu feiern und spielten ein fabelhaftes erstes Baseballspiel in ihrem neuen Ballpark gegen den amtierenden Titelverteidiger in der Mitteldeutschen Baseballliga aus Dresden. Die Poor Pigs fieberten voller Erwartung dem ersten Spiel gegen den Tabellenführer Dresden Dukes entgegen. Es galt das neue Spielfeld in Westerhüsen einzuweihen und erstmals unter Wettkampfbedingungen zu testen.

Mathias Würkner erhielt als Pitcher die Ehre sein Team auf Feld zu führen und den Kampf gegen die Dukes aufzunehmen. Er war sich der Unterstützung seiner Teamkameraden und zahlreicher Zuschauer bewusst. Die starken Gegner begannen mit Karl Bluhm, einem ihrer Besten. Dieser konnte durch einen Schlag an der Innenfeldverteidigung vorbei das erste Base erreichen. Er erzielte damit den ersten Hit im neuen Ballpark. Die nächsten Batter machte Florian Felsner im Leftfield alleine aus – jeweils zwei weite Schläge von Avila und Hernandez wurden gefangen. Der bislang die Liga dominierende Wilkes, Catcher der Dukes, schlug am Third Baseman Frank Päßler knapp fair vorbei, so dass Bluhm scoren konnte. Somit hatte er auch den ersten offiziellen Run erzielt.
Robert Bauer, als MVP im letzten Jahr aufgrund seiner Dominanz als Pitcher ausgezeichnet, nahm es gegen die Offensive der Poor Pigs auf. Zwar konnte Michael Prautzsch als erster der Poor Pigs auf Base kommen (Walk), danach schickte Bauer aber mit zwei Strike Outs Matthias Jöde und Andreas Rochel sowie in einem 1-3-Play Nicolai Nolze wieder ins Dugout zurück.
Die Poor Pigs waren aber bereit für eine gute Verteidigung. Bauer und Stachewski konnten den Ball nicht an der Defense vorbeischlagen und wurden mit zwei Groundouts auf die Bank geschickt. Rodriguez kassierte ein Strike Out und das Schlagrecht wechselte.
Es entwickelte sich ein spannendes und hochklassiges Baseballspiel. Die Dukes vermochten in den nächsten zwei Innings nur einen Mann auf Base zu bringen. Das Pitching von M. Würkner war zu effektiv und die Fielder konnten immer den Ball unter Kontrolle bringen. Tobias Bäthge schlug als erster Schlagmann im zweiten Inning den ersten Hit für die Poor Pigs in ihrer neuen Heimstätte und konnte nach einem Wild Pitch von Bauer scoren. Dadurch war Bauer als Pitcher sichtlich nervös und gab drei Walks in Folge ab (F. Päßler, Gunnar Schäfer und F. Felsner), welche zu weiteren zwei Runs führten. Somit führten die Poor Pigs nach dem zweiten Inning 3:1. Der Dresdner Pitcher beruhigte sich im Laufe des Spiels und fand zu seinen Stärken zurück, Fastballs und ein sehr guter Curveball. Vor allem dieser Pitch führte zu Schlägen der Magdeburger ins Infield. Die bekannt gute Defense der Dukes kontrollierte die Angriffsbemühungen.
M. Würkner hatte im vierten Inning als ersten Batter den starken Wilkes gegenüber, welcher bei einem Count von 3:2 den Pitch bestens traf und über das gesamte Feld schlug. Der Ball landete nach 115 Metern als erster Home Run außerhalb des Feldes. Bei diesem Schlag passte einfach alles. Danach scheiterten die Dukes mit Ground Outs an weiterer Offensive. Bemerkenswert war der Stealversuch des durch Error auf Base gekommenen Stachewski. M. Würkner machte nach Andeutung von G. Schäfer einen schnellen Pickoff-Wurf zu ihm und dieser warf den Ball zum Shortstop N. Nolze, welcher den Runner locker austagte.
Zum Leidwesen der Poor Pigs konnte Bauer seine Form halten und dominierte die Batter im vierten Inning. Leider trafen die Dukes dann auch zwei Würfe von M. Würkner, was nach einem Error am dritten Base und einem Ground Out zu zwei Runs für Dresden reichte.
Die Führung gaben die Poor Pigs somit erst im fünften Inning ab. Der Spielstand 3:4 sollte auch im sechsten Inning bestand haben. Highlight war wiederum ein Caught Stealing nach einem Pickoff, diesmal von Bauer, zwischen Würkner, Schäfer und Jöde.
Nach einem Flyout von Arias am zweiten Base konnte Bluhm aufgrund eines Schlages, welchen F. Päßler nicht mehr unter Kontrolle bringen konnte, das erste Base knapp erreichen. Die Defense der Poor Pigs rückte von den Bases ab, um sich voll und ganz auf das Fielden zu konzentrieren. Bluhm stahl daraufhin das zweite und dritte Base. Die Würfe vom Catcher A. Rochel waren zwar gut, aber Bluhm war schneller. Nach einem weiteren Flyout kam Avila, ein Dresdner Urgestein, an den Schlag. Er konnte einen Pitch kurz hinter das zweite Base schlagen, T. Bäthges Wurf aus dem Centerfield konnte den fünften Run der Dukes nicht stoppen. Ein Flugaus von Wilkes brachte die Poor Pigs aber wieder an den Schlag. Zwei Runs zum Ausgleich und drei zum Sieg war die Devise. Andreas Aust schlug in seinem ersten Spiel im ersten At Bat seiner Karriere den Ball über das Infield und konnte bis zum zweiten Base vorrücken. M. Prautzsch wurde als zweiter Schlagmann gefordert. Er musste sich aufgrund eines Strike Outs von Bauer wieder setzen und gab die Hoffnung weiter an M. Jöde. Ein Fastball reichte ihm. Unter dem Jubel der Fans und Mitspieler konnte A. Aust den Anschlussrun erlaufen. A. Rochel wollte nun M. Jöde nach Hause schlagen, traf den Pitch von Bauer aber schlecht, Wilkes war hellwach und fing den Ball kurz vor dem Backstop zum zweiten Aus. N. Nolze wollte es besser machen. Sein Schlagversuch wurde jedoch von Bauer ausgenutzt, indem er ihm einen Curveball pitchte, welcher sich sehr spät in die Strike Zone drehte. Jöde sprintete Richtung Home Plate. Entweder wurde Nolze ausgeworfen oder die Poor Pigs konnten den Gleichstand erspielen – der Atem der Spieler stockte. Mit letzter Anstrengung konnte Nolze den Ball schlagen, jedoch mit zu wenig Kraft. Stachewski am zweiten Base erreichte mit Mühe den geschlagenen Ball, Avila erwartete den Wurf. Und er sollte durch einen Stretch Sieger bleiben. Der Ball schlug Sekundenbruchteile vor Nolze im Handschuh am ersten Base ein. Die Heimpremiere endete somit mit einer denkbar knappen Niederlage von 4:5 für die Poor Pigs. Aber es gab Grund zur Zufriedenheit, denn ein derartig gutes Spiel auf konstant tollem Niveau gab es lange nicht in Magdeburg.

Am Double-Header-Spieltag war Eric Zimmermann, am Spieltag gerade 18 Jahre alt geworden, als Starting Pitcher im zweiten Spiel sichtlich nervös und er kam auch mit dem Mound nicht gut zurecht. Vielleicht lag es auch an der großen Verantwortung, die zu schwer wog, denn sechs der ersten sieben Batter der Dukes kamen auf Base. Sieben Runs waren die Ausbeute im ersten inning für die Gäste. Nach zwei Runs durch Prautzsch und Engelhart auf Seiten der Poor Pigs stand es zwischenzeitlich 2:7. Die Defense der Magdeburger konnte durch ein Double Play an Avila und Hernandez glänzen, denn ein Linedrive zu Third Baseman T. Bäthge und sein knallharter Wurf zu Engelhart am ersten Base war ein Höhepunkt der Verteidigung in diesem zweiten Spiel. Auch stachelte diese Leistung den Angriff der Poor Pigs an. Drei Hits und zwei Walks brachten weitere fünf Runs auf das Scoreboard, Ausgleich zum 7:7.
Die Dukes mobilisierten alle Kräfte und änderten ihre Spieltaktik. Sie schlugen die Pitches von Zimmermann zwischen das In- und Outfield, sogenannte Texas Leaguer. Auch stealten sie sofort, denn die Pitchbewegung von Zimmermann war teilweise zu langsam. Zwei Runs im dritten und drei Runs im vierten Inning war für die Dukes genug, um die Führung zurück zu erlangen. Auch übernahm der Spielertrainer Arias auf Seiten der Dukes das Pitching, er hatte sich lange auf der Bank ausgeruht und die Batter der Poor Pigs beobachtet. So selektierte er seine Pitches und die Magdeburgenr konnten dem nichts entgegenstellen. Das Spiel ging mit 8:15 verloren.

Nach fast fünf Stunden Baseball gratulierten die Champions des Jahres 2009 aus Dresden den Aufsteigern zu ihrer tollen Leistung beim Eröffnungsspieltag der Saison 2010. Insgesamt wurde von allen Spielern beider Teams die Anlage des Sportkomplexes „Tonschacht“ gelobt. Eine Verbesserung des Tennenbelages, insbesondere der Stabilität der oberen Platzschicht ist aber nötig, damit eine Bewerbung der Poor Pigs für die Ausrichtung der Finalspiele der Mitteldeutschen Ligen im Baseball und Softball erfolgreich sein kann.
Manager Thomas Rochel bedankte sich in einer kurzen Ansprache bei seinen Spielern, dem Team der Dukes und den Fans für die tollen Spiele und die grandiose Stimmung. Am 16. Mai 2010 gilt es beim anderen Finalteilnehmer des letzten Jahres, den starken Leipzig Wallbreakers eine ähnliche Mannschaftsleistung zu zeigen und den Siegeswillen aufrechtzuerhalten. Denn dieses Team der Poor Pigs will Siege erspielen.

von Gunnar Schäfer



Kommentare

4 Kommentare zu “Poor Pigs verkaufen sich bei Saisoneröffnung gut”

  1. Matze am 10. Mai 2010 um 09:40

    Bin noch ganz seelig vom Wochenende. Was mir noch auffiel: 4 errors nur im 1. Spiel. Mann oh mann, das hätten wir gewinnen müssen! Aber gutes Hitting von uns, Dresden nur 1 error, d.h. wir haben wirklich Basehits geschlagen, sogar einen mehr als die Dukes. Sch**** war das knapp. Aber nun können wir mit großem Selbstbewusstsein nach Leipzig fahren. Jungs, das packen wir.

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  2. Gunnar am 10. Mai 2010 um 18:09

    Trotz der Niederlagen ein Einstand, mit dem niemand gerechnet hatte. Lasst uns in Leipzig gemeinsam den nächsten Schritt gehen, ein Sieg sollte drin sein.

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  3. Baseballborsti am 11. Mai 2010 um 14:56

    Auch ich war angenehm von unserer Leistung überrascht, auf der wir aufbauen sollten. Es war ein seltsames Gefühl, dass ich trotz der beiden Niederlagen so zufrieden mit unserem Spiel war. Wir sollten jetzt aber nicht in zu viel Euphorie verfallen, sondern kontinuierlich weiter arbeiten. Wir können jedoch eines aus dem Spieltag mitnehmen – dass wir uns vor niemandem verstecken müssen. Wenn wir als Team auftreten und Spaß am Spiel haben, wird der Rest schon von ganz alleine folgen!

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  4. Gunnar am 11. Mai 2010 um 16:35

    Der borstenmann hat recht!

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